Fortführung von Sickerwasseruntersuchungen an Versuchsfeldern der BAB A44

Fortführung von Sickerwasseruntersuchungen an Versuchsfeldern der BAB A44

Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. Martin Radenberg
Projektleiter: Prof. Dr.-Ing. Klaus Krass

Werden industrielle Nebenprodukte und Recycling-Baustoffe im Straßenbau eingesetzt, so ist die wasserwirtschaftliche Verträglichkeit dieser Stoffe nachzuweisen. Dies geschieht zur Zeit durch standardisierte Laborversuche. Die notwendige Übertragbarkeit der Ergebnisse zeitraffender Laborverfahren auf den realen Anwendungsfall ist bisher allerdings noch nicht sicher bewiesen.

In einem 1988 begonnenen Forschungsprojekt sollten einerseits verschiedene Laborverfahren auf ihre Praxisrelevanz überprüft werden. Andererseits sollte das Auslaugeverhalten verschiedener Baustoffe ermittelt werden. Dazu wurden in einer Straßenversuchsstrecke verfestigte Steinkohlenflugasche, verfestigte Waschberge, Hausmüllverbrennungsasche und ein aus einem Industrieabbruch stammender, belasteter Recycling-Baustoff als Tragschichtmaterial eingesetzt.

Zur Ermittlung der Grundbelastung wurde als Referenzmaterial ein Kalkstein eingebaut. Die durch das Versuchsmaterial fließenden Sickerwässer wurden erfaßt und hinsichtlich verschiedener Parameter analysiert. Parallel wurden Laborversuche durchgeführt. Zum Einsatz kam der Schüttelversuch nach DEV-S4 und ein Perkolationsverfahren.

Für das Forschungsprojekt war eine Laufzeit von zwei Jahren vorgesehen. Es stellte sich jedoch heraus, dass innerhalb dieses Zeitraumes die Auslaugungen verschiedener Schadstoffe noch nicht abgeschlossen waren. Daher wurde nach knapp vierjähriger Pause für zwei weitere Jahre mit den Analysen in einem reduzierten Umfang fortgefahren.

Dabei konnte festgestellt werden, dass aus der Kenntnis des Feststoffgehaltes eines Baustoffes ein Rückschluß auf die Auslaugung von Schadstoffen nicht möglich ist. Sinnvoll ist eine Beurteilung eines Baustoffes nur anhand der langfristig auslaugbaren Schadstofffrachten unter Berücksichtigung der Einsatzrandbedingungen. So haben die in einem Anwendungsfall vorhandenen Wasserverhältnisse im Straßenkörper und im Boden einen maßgebenden Einfluß auf die Größenordnung des konvektiven Stoffaustrages.